Sein oder nicht sein – so sein, sein lassen, oder vielleicht mit den Waffen des Gegners schlagen?

Wie kommt man im Leben weiter, wie behält man Respekt für sich selbst? Wo ist die Grenze zwischen Egoismus, gesunder Aufrichtigkeit und dem „Geschäftssinn“?

Es ist nicht einfach heute aufrichtig zu bleiben. Es ist nicht üblich ehrlich miteinander umzugehen …
Wann ist es zu viel des Guten und wann soll man sich selbst gestehen, dass man vielleicht doch zu einfach gestrickt ist für diese Welt?

Ist das wirklich so, dass man heute nur mit Täuschung und Hinterhältigkeit weiter kommt? Ist das wirklich so, dass man nur dann anerkannt wird wenn man den Anderen benutzt statt offen miteinander zu sein?

Letztendlich ist jede neue Enttäuschung eine Lehre für die Zukunft.
Aber muss ich mich so sehr verändern um erfolgreich zu sein? Muss ich soweit kommen um mich selbst im Spiegel nicht mehr zu erkennen?
Vielleicht muss ich einfach nur die Branche wechseln – nur ist das woanders besser?

Ich glaube nicht.

Genauso wie ich langsam mir selbst gestehen muss, dass ich nicht mehr an Ehrlichkeit glaube.
Ich bin kein Hai und doch zu naiv.
Aber ich stelle mir immer wieder die Frage – muss ich andere so behandeln wie sie mich behandeln?
Oder ist das die Neue Art miteinander umzugehen die ich doch noch mir aneignen muss …

Ich will es nicht.

Ich bleibe ich. Die Anderen sollen mit dem was sie tun glücklich sein. Ich will mit mir glücklich sein.
Auch wenn es anscheinend schwer sein wird.

Traum …

Hast du mal ein Traum gehabt in dem du jemanden mit Rücken zu dir gekehrt stehen siehst?
Du willst ihm deine Hand auf die Schulter legen und er macht ein Schritt nach vorn… Du denkst „er will mich nur ärgern“ und machst Schritt hinterher. Doch er geht weiter. Ohne sich umzudrehen.
Du weißt ja, er hat auf dich gewartet. Dessen bist du dir ganz sicher.
Falsch.
Er geht immer schneller von dir weg. Du glaubst immer noch, er will dass du mit ihm gehst, hinterher. Aber er wird immer schneller und schneller…

Du fängst an zu rennen, aber egal wie schnell du bist – du kommst nicht nach.
Er wird immer weiter von dir, wie auf einem Band getragen, sein Körper kommt dir immer kleiner vor.

Du bist ausser Atem, dein Blut pulsiert dir in den Ohren, du spürst Wärme und Druck im Kopf. Dein Herz schlägt wie verrückt. Aber du willst das nicht wahr nehmen – warum sollte er weg von dir wollen???

Plötzlich siehst du eine Tür die langsam aufgeht. Du siehst deine Hand die die Tür aufdrückt. Ei weißer Flur vor Dir… Du machst ein vorsichtiger Schritt. In der Stille hörst du ein summendes Rauschen, wie in einer Muschel. Das Licht ist so hell, dass du die Augen zusammendrückst. Langsam gewöhnst du dich an diesen Schein. Mit Mühe versuchst du das Ende des Flurs zu sehen. Da steht jemand und winkt dir zu! Siehst du?! Er wartet doch auf dich! Deine Schritte werden immer schneller…

Aber du bist verdammt! Du wirst nie ankommen! Und je schneller versuchst du zu rennen, desto schneller weicht er dir aus. Du wirst ihm aber nie aus der Sichtweite verlieren.
Du machst Augen zu und siehst sein lachendes Gesicht. Aber er lacht nicht wirklich.
Er schaut dir in die Augen aber er sieht dich nicht…

Akzeptiere.
Lass los.
Hör auf.

Auch wenn du aufgibst.

Du bist nicht leer. Das was in deinem Brustkorb schlägt – ist ein Herz. Dein Herz.
Das was du hörst – das Rauschen – ist dein Blut. Warmes Blut.
Das was dein Augenbrennen verursacht – das sind deine Tränen.
Das metallische Geschmack in deinem Mund – das ist die Liebe die aus dir raus fließt.

Dann bist du leer.
Dann bist du ruhig.
Dann hörst du auf zu atmen.

Das habe ich 2006 geschrieben … ich träume es immer noch. Immer wieder… Wird das irgendwann aufhören?

Glaubst Du an Engel?

… Ich glaube. Nur was ich glaube – die sind anders als die in der Bibel.
Die sind link und gemein. Eigentlich gar nicht unterschiedlich von den Menschen.
Die waren ja der erste Versuch. Und aus irgendeinem Grund hat Er nochmal versuchen müssen…

Es ist ein Spiel. Ein böses Spiel in dem keiner gewinnen kann.

Es gab die Theorie schon mal.

Aber ich glaube an Engel.