Nichts

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Sokrates – er hat das gesagt aber ich stimme ihm vollkommen zu.

Obwohl – weiß ich wirklich nichts?

Das Wort „Nichts“ ist ein relativer Begriff. Zum Beispiel: ich weiß, dass dieser Zitat vom Sokrates stammt. Das ist doch schon was! Ich bin wahrlich kein Genie, aber das weiß ich. Außerdem weiß ich ein bisschen mehr. Einfach … „Nichts menschliches ist mir fremd“, wie der Terenz sagte. Hier ist das „Nichts“ etwas anders gemeint: alles was menschlich ist kenne ich.
Alles nichts Neues.

Nichts – nichts passierte was passieren sollte – das sind schon meine Worte.
Nehmen wir an, dass ich auf die Frage „Nichts?“ gar nicht antworten würde. Wäre das auch eine Antwort? Wie soll man Schweigen interpretieren? Ist das eine Zustimmung? Oder ist das eine Verneinung? Oder ist das das Desinteresse dem Fragenden gegenüber?
„Nichts“ ist eine diffizile Sache.
Wenn wir feststellen „ich habe nichts“ – lügen wir. Wir haben ein Zuhause, eine Familie, etwa den Zettel und einen Kugelschreiber. Also gehen wir lieber vorsichtig mit dem „nichts“ um.
„Ich kann nichts“ – also wie habe ich die Schule geschafft? Vielleicht per Zufall, aber schreiben kann ich doch. Sprechen, laufen… Irgendwas kann ich wohl.
Jetzt weiß ich nicht mehr was ich schreiben soll.
Ich werde nichts schreiben. In dem Buch „Geflügelte Worte“ finde ich nichts mehr…
Eben! Nichts zum Thema „nichts“, aber eine Menge anderer Zitate.
Also! „Nichts“ bedeutet nicht immer „null“, „komplette Leere“.
Nichts hat eine breite Palette von Nuancen und Farbtönungen. Meiner Meinung nach ist „nichts“ violett.
Ich weiß nicht warum.
Überhaupt! Weshalb wird das violette „Nichts“ so oft missbraucht? Die Lehrer missbrauchen auch die „Sechs“ die das violette „Nichts“ repräsentiert.
„Nichts“ – auch „Keiner“ – das in einem anderen Kontext. „Er ist kein Mann“. Kann man das so sagen? Ein Mann ist doch ein Mann und nichts kann das ändern. Wobei – schon wieder dieses „Nichts“. Es gibt ja entsprechende Mittel: Operationen, Behandlungen infolgedessen ein Mann eine Frau werden kann. Keine vollwertige, aber immerhin.
Sogar in dem Universum wo angeblich ein Vakuum herrscht – also das absolute „Nichts“, gibt es Planeten, Sterne, und andere Himmelskörper. Und das ist sehr wohl „Etwas“!
Im Gegensatz zu dem violetten „Nichts“ stelle ich das orangenfarbige „Etwas“! (Ich weiß nicht weshalb orangen. Vielleicht hat es mit einer Möhre zu tun?)
Meine grünen Füller krümmen sich an den Spitzen. Warum? Die haben doch keinen Anlass dafür? Die roten Äuglein kreisen um das beige, eiförmige Köpfchen in dem es anfängt leise zu zirpen… Es ist nichts passiert, ganz ruhig… Das anfangs leise „Etwas“ blinkt orangen und wächst gleichmäßig schlagend.
Es ist nichts, gar nichts, mach dir keine Sorgen.
Die Beinchen, leicht gefärbt mit gelben Flecken, bewegen sich völlig unabhängig voneinander. Ein seitlich, der andere hoch und runter…
Oh! Ich fange an mit den Flügeln zu schlagen!
Wirklich! Mach dir nichts draus! Das gibt es nicht, das ist egal, das ist nichts…

Nichts! Nichts! NICHTS!

Die Pilzwolke, die Wärme, das was war…
Es gibt es nicht mehr!
Das kleine Bömbchen… Jetzt gibt es nichts…
Was ist geblieben?
Ich weiß nicht was geblieben ist. Es gibt mich nicht mehr und ohne mich – gibt es nichts.

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Wie schön es doch manchmal ist …

… ein paar Tage mit sich selbst zu verbringen.
Ohne Input von außen. Ohne der Anregungen die in mir die Mitteilungen der Anderen erzeugen.

Alleine mir meinen Gedanken.

Bin gerade dabei altes Papierkram zu sortieren und bin dabei auf die Schulunterlagen gestoßen. Dabei war die Zeichnung vom 4-Ohren Modell. Ach Gott, das ist tatsächlich das letzte Jahr gewesen, dass ich noch die Schulbank drückte!

Das 4-Ohren Modell… Lustig, dass ich es ausgerechnet heute finde. Der Herr Schulz von Thun hat das ganz gut erfasst wie die Kommunikation so abläuft.

Einfach erklärt – wir kommunizieren verschlüsselt aber das entschlüsseln ist mit dem verschlüsseln nicht immer kompatibel. Und die 4 steht in diesem Modell für die vier Kanäle auf den wir uns während der Kommunikation bewegen. Als Empfänger in diesem Fall (als Sender aber sehr wohl auch).

  • Sachkanal – worüber reden wir?
  • Selbstoffenbarungskanal – Was gibt der Sprechende von sich zu erkennen?
  • Beziehungskanal – Was hält der Sprechende von mir? Wie steht er zu mir?
  • Appellkanal – Was will der Sprechende von mir?

Und da der Schlüssel zu der Empfangenen Nachricht oft nicht vorliegt (es sei denn man kennt sich in und auswendig seit 1.000 Jahren) … Tja … Missverständnisse sind vorprogrammiert.

Beliebtes Beispiel (war zu der Zeichnung angegeben):

Der Mann fragt beim Essen seine Frau: „Was ist das Grüne in der Soße?“
(eigentlich eine ganz unschuldige Frage – hehe)

Gesendete Nachricht:

  • Sachebene – da ist was Grünes
  • Selbstoffenbarung – ich weiß nicht was das ist
  • Beziehung – du wirst es wissen
  • Appell – sag mir was das ist

Denksde …

Was die Frau empfängt ist:

  • Sachebene – da ist was Grünes
  • Selbstoffenbarung – mir schmeckt das nicht
  • Beziehung – du bist eine grausame Köchin
  • Appell – lass das nächste mal das Grüne weg!

Frau antwortet also: „Mein Gott! Wenn es dir nicht schmeckt kannst du ja woanders essen gehen!“

Ergebnis – der Mann schläft auf dem Sofa, die Frau kocht die nächsten 7 Tage nichts mehr.

Tja. Kommunikation ist nicht einfach. Dazu will nicht jeder wirklich kommunizieren. Gespräche gestalten sich schwierig, viele reden zwischen Tür und Angel, manche schreiben nur noch Nachrichten…

Zuhören und Sprechen will aber gelernt sein.

So vieles hat Einfluss darauf wie wir gerade etwas empfangen / annehmen.

Die aktuelle Stimmung, Umstände, Emotionen im Hintergrund, die bisher gelernten „Programme“ die im Hintergrund in den Köpfen ablaufen – das alles bewirkt welchen Schlüssels wir uns bedienen um die empfangene Nachricht zu entschlüsseln.

Paradoxeweise klappt das Zuhören oft ohne großartigen Fehlinterpretationen und daraus resultierenden Emotionsausbrüchen bei den Menschen besser, denen wir nicht zu nahe stehen.

Bei den uns ganz nahen … Da brodelt die Gefahr eher die wirkliche Inhalte misszuinterpretieren, wobei es natürlich viel mit der Art der Beziehung zu tun hat.

Da kommt nämlich, zu der Verschlüsselung, noch die Gedankenwelt und das Paket der bisherigen Erfahrungen dazu. Und oft scheitert es weil der Partner, auf der Basis der bisherigen Erfahrungen, mit den bisher gespeicherten Programmen und Abläufen, statt neu zu lernen um mit dem neuen Menschen zu kommunizieren, einfach das alte Schema abspult, mit den (bisher ja funktionierenden) Kommunikaten.

Er versucht sich mitzuteilen (verbal oder nonverbal ist in dem Moment egal) und wundert sich, wird vielleicht sogar wütend oder fühlt sich verletzt, weil der neue Partner ihn entweder falsch oder gar nicht versteht. Im Gegenzug gibt es natürlich eine Reaktion die ebenfalls in dieser Konstellation auf Unverständnis stößt.

Und sehe da – wir haben einen wunderbar klassischen Konflikt.

Aber – es lässt sich lösen. Es ist ja meistens beiden wichtig zu lernen miteinander zu kommunizieren.

Einfache Fragen die, ernst genommen und ehrlich beantwortet unheimlich weiter helfen:

Wie meinst du das?

Kann ich dir helfen?

Warum sagst du das gerade?

Nur …

Man sagt ja auch „Gedanken werden Dinge“. Und auch das Unausgesprochene wird früher oder später zu einem Ballast das sehr schwer zu tragen wird.

Wenn man auf der Basis der eigenen Erfahrungen und Gedanken, Aktionen durchführt, die bisher vielleicht funktioniert haben, kann man bei einem neuen Partner nicht nur auf Unverständnis stoßen, sondern man kann die Kommunikationsbasis damit zerstören.

Unausgesprochenes belastet genauso.

Die verschlüsselten Inhalte eines Kommunikats werden missinterpretiert, die Intention hinterfragt, der Wahrheitsgehalt angezweifelt. Und wenn der Sender noch zusätzlich, aufgrund des eigenen Gedankenguts, die Inhalte filtert, ändert oder verschweigt …

Diese Kommunikation schlägt fehl oder wird gar nicht mehr möglich.

Wie beim Versuch etwas zu programmieren. Das was vertraut erscheint erzeugt völlig unerwartete Ergebnisse auf einem fremden Betriebssystem.

Wenn man also auf den alten Gedanken aufbaut, werden diese plötzlich zu ganz falschen Dingen.

Ich persönlich empfehle sehr offene, auf beidseitigen Empfang eingestellte, intensive Gespräche.

Missverständnisse dürfen vorkommen. Aber was nicht vorkommen sollte ist, dass man davon ausgeht, dass die eigenen Empfindungen dem Gegenüber völlig klar sein müssten. Oder der Versuch der eigenen alten Muster dem Anderen aufzuzwingen und dann den Anderen dafür zu urteilen, dass er nicht so reagiert wie man es bisher woanders gewohnt war.

Ja. Man formt die eigene Welt mit den eigenen Gedanken. Man erzeugt Situationen indem man bestimmte Kommunikate sendet. Aber nur wenn man nicht nur sendet sondern auch empfängt und sich intensiv und ehrlich mit dem Gegenüber im Dialog beschäftigt, hat man eine Chance eine neue, zu der neuen Situation passende Welt aufzubauen.

Den anderen ernst zu nehmen und sich selbst gegenüber aufrichtig zu sein hilft dabei die eigenen Gedanken zu verifizieren.

Erst danach entstehen neue, passende Gedanken die dann gewünschte Dinge erzeugen.

Aber wenn eine Seite die Veränderung scheut oder gar nicht erst möchte… Dann entsteht eine fiktive Welt, Situationen die früher oder später nicht funktionieren. Dann kann die Kommunikation nicht funktionieren.

Der Sender und der Empfänger sind inkompatibel. Und das ist etwas, was sich auf lange Sicht auflösen sollte.

Das ist etwas, worauf keiner aufbauen kann.

Aber es ist etwas, was im Normalfall schnell festzustellen ist. Und das ist gut so.

Weil genau dafür sind die Gefühle und Gedanken da. Um den Weg zu weisen.
Um bei der Interaktion mit der Welt zu helfen.
Um einem zu helfen mit sich selbst ehrlich zu kommunizieren.

Gefühle die echt sind werden zu Gedanken die ehrlich sind. Und diese Gedanken, offen mitgeteilt, unmissverständlich wiedergegeben werden zu ganz tollen Dingen die glücklich machen.

Diese Gedanken erzeugen eine schöne Welt.

Es war als ob jemand daran dachte was ich gerade fühle und es für mich in die Worte gefasst hat

Du hast zwar immer noch den Platz in meinem Herzen aber nicht mehr in meinem Leben

Es ist wahr, dass ich davon träumte jemandem zu begegnen der mir die Sinne raubt, mich atemlos vom Glück macht, mein Herz so stark schlagen lässt…

Aber ich wollte jemanden der MICH wollte. So wie ich bin. Nicht die Idee davon wie ich sein könnte oder nicht die Idee der Rolle die ich erfüllen könnte.

Und ich wollte jemanden den ich annehmen könnte mit allem was er ist und was ihn ausmacht.

Einfach weil wir beide es wert sind echt und ganz und gar akzeptiert zu werden.

Ich traf Dich. Und ich weiß nicht was Du wolltest. Jedenfalls nicht MICH. Trotz der Worte trotz der Gefühle die daraufhin so sehr deuteten. Trotz dem Herzschlag der, so ersehnt und erträumt, endlich da war… Ich habe mich bis dahin fast aufgegeben. Hab nicht mehr geglaubt je noch so zu empfinden.

Es gab Liebeserklärungen, es gab solch intensive Gefühle, es gab Magie.

Aber es war am Ende doch nur eine kleine Zauberei.

Es war als ob das was wir hatten, als ob ich nur eine Option war.

Vergleichbar. Abzuwägen. Ohne echten Entscheidungen.

Wie ein Spiel das sich so wirklich anfühlt, dass man es irgendwann selbst glaubt.

Aber auf Fragen gab es keine konkreten Antworten. Alle Versprechen waren nur verpackte Wünsche die, das wussten wir auch irgendwann beide, unerfüllt bleiben.

Es war eine Parallelwelt voller Gegenoptionen zu der bitteren Realität. Es war zu schön um wahr zu sein.

Aber ich wollte es scheinbar nicht sehen. Obwohl es so voller Widersprüche war. Und zu großen, zu süßen, zu vielen zu schnellen Wünschen und Deklarationen.

Wie kann ein „ich liebe Dich“, ein „ich will Dich“ so weh tun?

Wie kann man sich so austauschbar vorkommen?

Wie konnte es so schnell so weit kommen?

Zu viel, zu schnell gewollt. Die Unfähigkeit sich selbst gegenüber und deshalb auch dem anderen gegenüber ehrlich zu sein.

Ich will keine Option sein. Kein Ersatz. Kein Platzhalter.

In einer Warteschlange bis die Entscheidung, die sowieso unausweichlich ist, fällt. Dass das hier keine Zukunft hat.

Weil…

Meine Gefühle sind echt.

Mein Schmerz ist echt.

Die Enttäuschung ist unbeschreiblich.

Ich will kein Frust in der Liebe. Ich möchte eine Beziehung die das ist was sie wirklich sein soll. Mit Höhen und Tiefen aber ehrlich. Zuverlässig. Voller Vertrauen, dass man immer die Priorität ist.

Ich habe verloren in diesem Spiel aber doch gewonnen. Mein Instinkt funktioniert doch richtig und ich habe keine Angst mehr, dass ich unfähig bin zu lieben.

Ich kann lieben und trotzdem wach bleiben.

Ich werde nie sagen, dass ich es bereue was hier passiert ist. Es wird dauern bis es soweit ist, dass ich an die schönen Seiten der Zeit zurückdenke.

Aber ich bin sehr dankbar für diese Lektion. Es musste sein.

Du hast dich jetzt entschieden.

Ich habe meine Entscheidung auch getroffen.

Danke für diese Zeit, für all die Offenbarungen, für die Gefühle. Ja. Auch für die Tränen. Auch für den Schmerz.

Ich dachte ich weiß was ich will, jetzt weiß ich noch mehr. Jetzt weiß ich was ich nicht will.

Entmündigt, als eine Option, eine Eroberung da zu stehen. Mit den vergangenen Eroberungen verglichen zu werden. Durch das Prisma der Vergangenheit und der falschen Muster in eine Schublade eingepfercht zu werden.

Den Platz in meiner Geschichte, in meinem Herzen kannst du nicht verlieren.

Aber den Platz in meinem Leben, an meiner Seite, den hast du verloren.

Ich gehe weiter, nach vorne, bereichert um einige Erfahrungen.

Ich wünsche dir, dass du auch vorankommst.

Ich wünsche dir, dass du irgendwann erfährst was die echte, wahre Liebe ist.

Es ist nicht nur körperlich, nicht nur die Anziehung, nicht der hemmungsloser Sex mit Orgasmen die das Bewusstsein rauben. Das sind nur Sekunden in der Ewigkeit.

Die Liebe ist so viel mehr als das.

Du bist der Künstler der eine Wunschzauberwelt aufbauen kann die den Atem raubt. Aber in diesem Spiel gibt es immer mindestens zwei Menschen, die beide wissen sollten, dass es nur ein Spiel ist.

Ehrlich, offen und mit gleichem Recht entscheiden zu können ob sie mitspielen wollen.

Dann gibt es einen schönen Anfang und ein würdiges Ende. Ohne unausgesprochenen, losen Puzzleteilen die nirgendwo hin passen, dafür aber die Seelen zerstören. 

Das bringt nur Leid.

Das bringt nur Schmerz.

Das löst Teile der Seele auf, des Herzen, der Würde. Bei allen Beteiligten.

Etwas ist gestorben, dafür aber haben wir beide was gelernt.

Ob es notwendig war, ob es uns bereichert hat bleibt fraglich. 

Aber zumindest ich werde es nie vergessen können.

Dunkel und wolkig geht der Tag zu Ende

Mitten im Sommer reihen sich Herbsttage ein nach dem anderen. Und doch erscheint die Sonne. Nicht am Himmel und nicht sichtbar, trotzdem so warm und hell…

In einem Blick, in einem Kuss.

Woran denkst du?

An nichts…

Doch, du lächelst. Was geht dir durch den Kopf?

Ich sehe wieder die Augen vor mir. Der Blick so flüchtig aber so durchdringend…

Das verursacht dein Lächeln?

Ja. Ich schmecke die Lippen. Ich habe den Duft warmer Haut in der Nase. Das zufällige „Kopf an Kopf“ das mit einem Kuss endete. Nicht der erste Kuss – aber wie kein anderer zuvor.

Damit der erste der dir Tage später noch den Atem raubt.

Der Gedanke alleine bringt dich zum zittern, die Pupillen werden groß, die Lippen warm und rot…

Mit geschlossenen Augen kann man sehr deutlich sehen. Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen einem Traum und der Realität. Damit ist das gerade die Realität. 

Schlafe mit einem Lächeln auf den Lippen ein.

Sein oder nicht sein – so sein, sein lassen, oder vielleicht mit den Waffen des Gegners schlagen?

Wie kommt man im Leben weiter, wie behält man Respekt für sich selbst? Wo ist die Grenze zwischen Egoismus, gesunder Aufrichtigkeit und dem „Geschäftssinn“?

Es ist nicht einfach heute aufrichtig zu bleiben. Es ist nicht üblich ehrlich miteinander umzugehen …
Wann ist es zu viel des Guten und wann soll man sich selbst gestehen, dass man vielleicht doch zu einfach gestrickt ist für diese Welt?

Ist das wirklich so, dass man heute nur mit Täuschung und Hinterhältigkeit weiter kommt? Ist das wirklich so, dass man nur dann anerkannt wird wenn man den Anderen benutzt statt offen miteinander zu sein?

Letztendlich ist jede neue Enttäuschung eine Lehre für die Zukunft.
Aber muss ich mich so sehr verändern um erfolgreich zu sein? Muss ich soweit kommen um mich selbst im Spiegel nicht mehr zu erkennen?
Vielleicht muss ich einfach nur die Branche wechseln – nur ist das woanders besser?

Ich glaube nicht.

Genauso wie ich langsam mir selbst gestehen muss, dass ich nicht mehr an Ehrlichkeit glaube.
Ich bin kein Hai und doch zu naiv.
Aber ich stelle mir immer wieder die Frage – muss ich andere so behandeln wie sie mich behandeln?
Oder ist das die Neue Art miteinander umzugehen die ich doch noch mir aneignen muss …

Ich will es nicht.

Ich bleibe ich. Die Anderen sollen mit dem was sie tun glücklich sein. Ich will mit mir glücklich sein.
Auch wenn es anscheinend schwer sein wird.

Traum …

Hast du mal ein Traum gehabt in dem du jemanden mit Rücken zu dir gekehrt stehen siehst?
Du willst ihm deine Hand auf die Schulter legen und er macht ein Schritt nach vorn… Du denkst „er will mich nur ärgern“ und machst Schritt hinterher. Doch er geht weiter. Ohne sich umzudrehen.
Du weißt ja, er hat auf dich gewartet. Dessen bist du dir ganz sicher.
Falsch.
Er geht immer schneller von dir weg. Du glaubst immer noch, er will dass du mit ihm gehst, hinterher. Aber er wird immer schneller und schneller…

Du fängst an zu rennen, aber egal wie schnell du bist – du kommst nicht nach.
Er wird immer weiter von dir, wie auf einem Band getragen, sein Körper kommt dir immer kleiner vor.

Du bist ausser Atem, dein Blut pulsiert dir in den Ohren, du spürst Wärme und Druck im Kopf. Dein Herz schlägt wie verrückt. Aber du willst das nicht wahr nehmen – warum sollte er weg von dir wollen???

Plötzlich siehst du eine Tür die langsam aufgeht. Du siehst deine Hand die die Tür aufdrückt. Ei weißer Flur vor Dir… Du machst ein vorsichtiger Schritt. In der Stille hörst du ein summendes Rauschen, wie in einer Muschel. Das Licht ist so hell, dass du die Augen zusammendrückst. Langsam gewöhnst du dich an diesen Schein. Mit Mühe versuchst du das Ende des Flurs zu sehen. Da steht jemand und winkt dir zu! Siehst du?! Er wartet doch auf dich! Deine Schritte werden immer schneller…

Aber du bist verdammt! Du wirst nie ankommen! Und je schneller versuchst du zu rennen, desto schneller weicht er dir aus. Du wirst ihm aber nie aus der Sichtweite verlieren.
Du machst Augen zu und siehst sein lachendes Gesicht. Aber er lacht nicht wirklich.
Er schaut dir in die Augen aber er sieht dich nicht…

Akzeptiere.
Lass los.
Hör auf.

Auch wenn du aufgibst.

Du bist nicht leer. Das was in deinem Brustkorb schlägt – ist ein Herz. Dein Herz.
Das was du hörst – das Rauschen – ist dein Blut. Warmes Blut.
Das was dein Augenbrennen verursacht – das sind deine Tränen.
Das metallische Geschmack in deinem Mund – das ist die Liebe die aus dir raus fließt.

Dann bist du leer.
Dann bist du ruhig.
Dann hörst du auf zu atmen.

Das habe ich 2006 geschrieben … ich träume es immer noch. Immer wieder… Wird das irgendwann aufhören?

Glaubst Du an Engel?

… Ich glaube. Nur was ich glaube – die sind anders als die in der Bibel.
Die sind link und gemein. Eigentlich gar nicht unterschiedlich von den Menschen.
Die waren ja der erste Versuch. Und aus irgendeinem Grund hat Er nochmal versuchen müssen…

Es ist ein Spiel. Ein böses Spiel in dem keiner gewinnen kann.

Es gab die Theorie schon mal.

Aber ich glaube an Engel.